Schalenwild im Wald
Kurzdefinition zu Schalenwild
Schalenwild bezeichnet Huftiere mit gespaltenen Klauen, die im Wald leben und durch Verbiss, Schälen oder Fegen Einfluss auf die Bestandesentwicklung nehmen.
Kategorie
Wildtiergruppe mit Einfluss auf Waldverjüngung
Typisch
Reh-, Rot-, Dam- oder Muffelwild
Praxisnutzen
Grundlage für Bewertung von Verbissdruck und Schutzbedarf
Definition und Einordnung
Bedeutung:
Zum Schalenwild zählen in Mitteleuropa vor allem Rehwild, Rotwild, Damwild und Muffelwild. Der Begriff leitet sich von den gespaltenen Klauen, den sogenannten Schalen, ab. Diese Tierarten ernähren sich unter anderem von Knospen, Trieben, Blättern und Rinde junger Bäume und beeinflussen dadurch die natürliche und künstliche Verjüngung von Waldbeständen.
In der Praxis:
Die Wirkung des Schalenwildes auf einen Bestand hängt von Populationsdichte, Nahrungsangebot und Jahreszeit ab. In Phasen mit geringem Äsungsangebot konzentriert sich das Wild häufig auf junge Kulturen oder Naturverjüngung. Neben Leittriebverbiss treten auch Schälschäden an Stämmen oder Fegeschäden auf. Der Einfluss kann je nach Baumart unterschiedlich stark ausfallen.
Relevanz für Verbissschutz:
Die Planung von Schutzmaßnahmen orientiert sich maßgeblich an der vorhandenen Schalenwildart und deren Dichte. Unterschiedliche Arten stellen unterschiedliche Anforderungen an Zaunhöhe, Stabilität und Maschenweite. Ein wirksames Schutzkonzept berücksichtigt daher sowohl Wildart als auch Standortbedingungen.