Wildschäden durch Reh und Rotwild: Hordengatter richtig wählen

Reh- und Rotwild können Kulturen und Naturverjüngung massiv beeinträchtigen: vom Leittriebverbiss über Fegeschäden bis zu Schälschäden. Die Folgen reichen von Zuwachs- und Qualitätsverlusten (z. B. schlechte Stammform) über Entmischung bis hin zu Totverbiss und Ausfällen ganzer Pflanzen.


Viele Waldbesitzer wissen bereits, welches Wild bei ihnen vorkommt – trotzdem lohnt sich ein kurzer Abgleich der typischen Schadbilder, weil davon die passende Zaunhöhe abhängt. Wir zeigen dir deshalb kompakt, woran du Verbiss, Fegen/Schlagen und Schälen erkennst und leiten daraus eine klare Empfehlung ab: 1,6 m ist in vielen Rehwild-Situationen ein bewährter Praxisstandard, 2,0 m wird vor allem bei Rotwild, zusätzlichem Risiko oder anspruchsvollen Bedingungen sinnvoll.


Zusätzlich berücksichtigen wir Praxisfaktoren wie Hanglage, Böschungen, Holzpolter (Einsprungstellen) sowie Schnee und Verwehungen, die die effektive Höhe reduzieren. So kommst du schnell zur passenden Hordengatter-Ausführung – und kannst anschließend Material und Projektlänge festlegen.

Mann kontrolliert Jungpflanze, im Hintergrund Hordengatter als Wildschutz

Typische Schäden durch Reh- und Rotwild

Viele Waldbesitzer kennen „ihr“ Wild bereits. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick auf die Schadbilder, weil sie in der Praxis unterschiedlich wirken und unterschiedliche Sicherheitsreserven erfordern. Rehwild verursacht vor allem Verbiss und Fegeschäden an Jungpflanzen, Rotwild bringt zusätzlich Schälschäden am Stamm ins Spiel. Die Folgen reichen von Qualitäts- und Zuwachsverlusten bis zu Ausfällen einzelner Pflanzen. Wenn du die Schäden sauber einordnest, wird die Entscheidung für die passende Hordengatter-Ausführung deutlich klarer.

Verbiss

Rehwild in Tannenschonung, typischer Verbiss an Jungtannen in der Verjüngung

Verbiss entsteht, wenn Reh- oder Rotwild an Trieben, Knospen und Blättern junger Pflanzen äst. Besonders kritisch ist Leittriebverbiss: Wird der Haupttrieb wiederholt abgebissen, verliert die Pflanze Wachstum, die Stammform leidet (z. B. Zwieselbildung) und es kann zu Qualitäts- und Zuwachsverlusten kommen. Bei starkem oder wiederholtem Verbiss sind auch Totverbiss und Ausfälle möglich, vor allem wenn die Pflanze zusätzlich durch Trockenheit oder Konkurrenzdruck geschwächt ist.
In der Praxis zeigt sich der Schaden je nach Wildart etwas unterschiedlich: Rehwild verursacht häufig flächigen Verbiss in Kulturen und Naturverjüngung, oft selektiv an bevorzugten Baumarten. Dadurch kann es zu einer Entmischung kommen, wenn bestimmte Mischbaumarten dauerhaft zurückgedrängt werden. Rotwild verbeißt ebenfalls, tritt aber häufig stärker entlang von Wechseln, Einständen und Äsungsflächen auf.

Fegen / Schlagen

Fegeschaden am Jungbaum: Rindenverletzung durch Rehbock

Beim Fegen reibt der Rehbock sein Gehörn an jungen Stämmen und Sträuchern, um Basthaut und Duftstoffe abzusetzen und das Gehörn „zu reinigen“. Dabei wird die Rinde aufgerieben, oft bis in den Bast hinein. Das kann die Wasser- und Nährstoffleitung stören, die Pflanze schwächen und im ungünstigen Fall zu Ringelung führen, bei der der Baum oberhalb der Schadstelle abstirbt.
Unter Schlagen versteht man das Stoßen und Drücken mit dem Gehörn gegen dünne Stämmchen. Dadurch können Pflanzen abknicken, sich lösen oder dauerhaft schief wachsen. Selbst wenn der Baum nicht sofort abstirbt, entstehen häufig Qualitätsverluste (schlechte Stammform, Verletzungen als Eintrittspforten) und zusätzlicher Aufwand durch Kontrolle, Nachbesserung und Nachpflanzung.

Schälen (Rotwild)

Schälschaden am Stamm: Rotwild schält Rinde und verletzt Bast

Schälen bedeutet, dass vor allem Rotwild Rinde am Stamm abzieht oder abschält. Dabei werden Rinde und oft auch der Bast verletzt, wodurch Wasser- und Nährstoffleitungen beeinträchtigt werden. Je nach Umfang entstehen Zuwachsverluste, Wertminderung und im ungünstigen Fall kann der Baum oberhalb der Schadstelle absterben, wenn der Stamm ringförmig geschädigt wird. Zusätzlich erhöhen offene Wunden das Risiko für Folgeschäden wie Fäule und Pilzbefall.
Im Unterschied zum Verbiss betrifft Schälen nicht nur die ganz jungen Pflanzen, sondern auch junge Bestände, in denen Stammqualität später den Ertrag bestimmt. Wo Rotwild regelmäßig vorkommt, ist Schälen deshalb oft das Schadbild, das eine robustere Absicherung nötig macht und die Wahl der passenden Hordengatter-Ausführung maßgeblich beeinflusst.

Passendes Hordengatter auswählen

Die Auswahl folgt einer einfachen Logik: Welche Wildarten kommen vor und wie viel Reserve brauchst du im Gelände? Wenn es bei dir primär um Rehwild geht, ist die Ausführung 3 m × 160 cm häufig die wirtschaftliche Standardwahl für den flächigen Kulturschutz. Sobald Rotwild mitläuft oder nicht sicher ausgeschlossen werden kann, wird in vielen Fällen 3 m × 200 cm empfohlen, weil die höhere Barriere im Alltag mehr Sicherheit bietet. In manchen Regionen spielt außerdem Damwild eine Rolle, die Grundlogik bleibt dabei dieselbe. Entscheidend sind dann die Praxisfaktoren, die eine Überwindung begünstigen: Hanglagen, Böschungen, Holzpolter sowie Schnee und Verwehungen. Wichtig zur Einordnung: Schwarzwild verursacht vor allem Wühlschäden, dafür ist ein klassisches Hordengatter in der Regel nicht die passende Lösung.

3D-Render eines Hordengatters 3 m × 160 cm als Ausführung für Kulturschutz

Hordengatter 3 x 1,6 Meter

Häufige Wahl bei Rehwild
  • Rehwild dominiert, kein Rotwild
  • Verbiss, Fegen/Schälen
  • Keine Aufsprunghilfen
3D-Render eines Hordengatters 3 m × 200 cm als Ausführung für Kulturschutz

Hordengatter 3 x 2 Meter

Häufige Wahl bei Rotwild
  • Rotwild vorhanden oder möglich
  • Mehr Reserve gegen Überwindung
  • Aufsprunghilfen: Böschungen, Holzpolter

Weitere Infos zu Hordengattern

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, findest du auf Hordengatter eine kompakte Übersicht zu System, Einsatz und Grundlagen. Auf Hordengatter kaufen zeigen wir dir die Materialoptionen (Fichte, Mix, Lärche) und wie wir daraus die passende Ausführung für dein Projekt ableiten.

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